Schmallenberg, 17.08.2026: Wie sieht der Pflegealltag tatsächlich aus und wo liegen die größten Herausforderungen? Diesen Fragen ist Sandra Stein MdB bei einem ganztägigen Praktikumsbesuch im Pflegezentrum Haus Monika in Schmallenberg nachgegangen.
Im Mittelpunkt standen Gespräche mit Pflegekräften, der Pflegedienst- und Wohnbereichsleitung sowie der Einrichtungsleitung und der direkte Einblick in den Alltag der Bewohnerinnen und Bewohner. Stein nahm unter anderem an Morgenrunden des Sozialen Dienstes gemeinsam mit den Bewohnern und dem Mittagstisch teil, begleitete eine Bewohnerin beim Spaziergang durch den weitläufigen Park des Hauses und besuchte auch das Haus „Seniorenwohnen im Park“ für Menschen mit Demenz. Der hauseigene Bauernhof mit den Tieren wie Ziegen, Pferde, Esel und Alpakas, welche zum Wohlfühlkonzept des Hauses beitragen, begeisterten sie besonders.
„Mein Tag im Haus Monika hat einmal mehr gezeigt: Die Beschäftigten in der Pflege leisten jeden Tag enorm viel. Gleichzeitig werden sie durch Bürokratie, Personalmangel und schwierige Finanzierungsbedingungen immer stärker belastet“, erklärt Sandra Stein. Besonders kritisch sei der hohe Dokumentationsaufwand. „Pflege muss wieder stärker dem Menschen dienen – und nicht den Formularen.“
Mit Pflegedienstleitung und Hausleitung wurde die Personalsituation diskutiert. Gerade bei der Betreuung von Menschen mit Demenz seien die bestehenden Personalschlüssel aus Sicht der Einrichtung nicht ausreichend. Deshalb setzt sich die Bundestagsfraktion B90/Die Grünen auch für bessere Personalschlüssel in der Pflege ein.
Ein weiterer Schwerpunkt war die Gewinnung und Integration internationaler Pflegekräfte. Das Haus bildet in diesem Jahr 30 Menschen in der Pflegefachkraftausbildung aus. „Wir brauchen internationale Fachkräfte. Dann müssen Anerkennungsverfahren aber schneller und unbürokratischer funktionieren. Ebenso brauchen wir bessere Unterstützung bei Sprache, Wohnraum und gesellschaftlicher Integration“, so Stein.
Auch die Finanzierung von Hitzeschutz stellt die Einrichtungen vor Herausforderungen. Viele Pflegeeinrichtungen sind auf zunehmende Hitzewellen noch nicht ausreichend vorbereitet; es fehlen unter anderem an Klimaanlagen. Notwendig sind daher gezielte Investitionen in Klima- und Hitzeschutzmaßnahmen, um insbesondere ältere, pflegebedürftige und chronisch kranke Menschen wirksam vor den gesundheitlichen Folgen extremer Hitze zu schützen.