Berlin, 25.09.2026: Sandra Stein, Bundestagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen für das Sauer- und Siegerland, kritisiert die fehlenden konkreten Sanierungspläne für die maroden Bahnbrücken entlang der Siegstrecke zwischen Siegen und Köln. Auf eine Kleine Anfrage der Grünen nennt die Bundesregierung für die acht Siegbrücken in der schlechtesten Zustandskategorie weder konkrete Zeiträume für die Sanierung noch einen verbindlichen Zeitplan für die erforderlichen Genehmigungsverfahren. Stattdessen verweist sie auf laufende Vorplanungen, Variantenentscheidungen und weitere Prüfungen. Die Antwort der Bundesregierung liegt als Bundestagsdrucksache 21/7838 vor.
„Wir dürfen nicht warten, bis aus maroden Brücken ein akutes Problem für den Bahnverkehr wird. Wenn eine Strecke für sieben Monate gesperrt wird, muss diese Zeit konsequent genutzt werden, um dringend notwendige Sanierungsmaßnahmen voranzutreiben. Stattdessen erhalten wir erneut Hinweise auf Planungen und Prüfungen, ohne dass konkrete Termine benannt werden. Angesichts des Zustands der Strecke ist das nicht akzeptabel“, erklärt Sandra Stein.
Besonders kritisch sei, dass nach Angaben der Bundesregierung offenbar keine der acht betroffenen Siegbrücken während der anstehenden Streckensperrung umfassend saniert werden soll. Zudem macht die Bundesregierung keine Angaben zu den verbleibenden Nutzungszeiten der Bauwerke und verweist dabei auf Belange des Schutzes kritischer Infrastruktur.
„Die Erfahrungen auf der Strecke Richtung Hagen zeigen, welche Folgen es haben kann, wenn notwendige Sanierungen zu lange aufgeschoben werden: Langsamfahrstellen, Einschränkungen des Betriebs, Gleissperrungen und erhebliche Verspätungen. Genau dieses Szenario darf sich zwischen Siegen und Köln nicht wiederholen. Bundesregierung und Deutsche Bahn müssen jetzt einen verbindlichen Zeitplan vorlegen und die Verfahren für Planung, Genehmigung und Umsetzung deutlich beschleunigen“, fordert Stein.
Unterstützung erhält sie von Julian Kirchner vom Mobilitätsforum der Grünen Siegen-Wittgenstein: „Dass das Bundesverkehrsministerium keine konkrete Auskunft darüber gibt, wann und wie die notwendigen Maßnahmen umgesetzt werden, ist nicht nachvollziehbar. Die Brücken werden täglich von Tausenden Fahrgästen sowie für den Güterverkehr genutzt. Die Bundesregierung muss die vorhandenen Mittel konsequent priorisieren und frühzeitig handeln. Wir brauchen ein langfristiges Sanierungsprogramm für marode Brücken, das die Zahl wiederkehrender Vollsperrungen reduziert. Die Menschen, die täglich auf diese Verbindungen angewiesen sind, haben Anspruch auf eine verlässliche Infrastruktur.“