Laut DATEV-Mittelstandsindex vom August 2026 ist der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um zwei Prozent zurückgegangen, auch die Beschäftigtenzahl sank um 0,2 Prozent. Zahlen, die aufhorchen lassen.
Dabei zeigt sich der Mittelstand innovationswillig wie selten zuvor: Die Nachfrage nach dem Förderprogramm ZIM (Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand) war in diesem Jahr so hoch, dass die Mittel bereits im Juli vollständig ausgeschöpft waren und ein Antragsstopp verhängen werden musste. Nur ein Beispiel: Ein ZIM-Euro löst nachweislich 1,90 Euro an zusätzlichen Investitionen im Mittelstand aus. Auch beim ebenfalls sehr beliebten Programm goInno, das Innovationsberatung fördert, gibt es einen Antragsstopp sowie drastische Mittelkürzungen – eine Fortsetzung für 2027 ist derzeit nicht geplant.
Während des ohnehin hohen Drucks auf die deutsche Wirtschaft – verstärkt durch die Transformation großer Wirtschaftsbereiche und ihre Folgen auch für KMU – drängt sich die Frage nach der Bedeutung von Innovation im Mittelstand für die aktuelle Bundesregierung auf!
Mit dem Bundeshaushalt 2027 hätte die Regierung die Möglichkeit gehabt, angemessen zu reagieren, ZIM-Mittel aufzustocken und das Programm go-Inno auch über 2027 fortzuführen. Begründet wird der vorzeitige Förderstopp bei ZIM sowie die Mittelkürzungen bei weiteren Projekten für KMU mit der Haushaltskonsolidierung. Dass angesichts einer angespannten Haushaltslage nicht an jeder Stelle mehr Geld ausgegeben werden kann, ist nachvollziehbar. Umso mehr hätte es aber eine klare Prioritätensetzung gebraucht und genau die ist im aktuellen Haushaltsentwurf von Katherina Reiche nicht zu erkennen.
Wer ausgerechnet bei den erfolgreichsten und am stärksten nachgefragten Programmen für den Mittelstand zuerst kürzt, sendet das falsche Signal!