Berlin, 30.01.2026
Eine aktuelle Umfrage des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW) entlarvt die Mittelstandsrhetorik der Bundesregierung als leere Worthülse. Zwar wird der Begriff „Mittelstand“ von Regierungsvertretern gerne bemüht – bei den Unternehmen selbst kommt davon jedoch nichts an.
„Statt der großspurigen Ankündigungen zum wirtschaftlichen Aufschwung im Wahlkampf zeigt sich nach knapp einem Jahr unionsgeführter Regierung ein ernüchterndes Bild“, erklärt die Abgeordnete Sandra Stein, Berichterstatterin für Mittelstand der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen. Über 80 Prozent der befragten Mittelständler rechnen auch in diesem Jahr nicht mit einem spürbaren wirtschaftlichen Aufschwung.
Dass drei Viertel der befragten Unternehmerinnen und Unternehmer nicht einmal den Namen der Mittelstandsbeauftragten der Bundesregierung, Gitta Connemann, kennen zeigt, welchen Stellenwert der Mittelstand bei dieser Regierung tatsächlich genießt, so Stein.
„Meine Fraktion und ich haben einen umfassenden Mittelstandsantrag vorgelegt, der echte und sofort wirksame Entlastungen für kleine und mittlere Unternehmen aufzeigt“, so die Abgeordnete.
Konkret fordert Sandra Stein unter anderem:
- die sofortige Umsetzung der angekündigten Stromsteuersenkung für alle Unternehmen,
- konkrete Vorschläge zur Entlastung bei den Sozialabgaben,
- effektiven Bürokratieabbau durch Ausweitung der noch im alten Wirtschaftsministerium eingeführten Praxischecks mit der Maßgabe, kleine und Kleinstunternehmen zum Maßstab für die Umsetzbarkeit zu machen,
- eine konsequente Nutzung des Sondervermögens Infrastruktur und Klimaneutralität für Investitionen in die Infrastruktur.
„Dass die Unzufriedenheit in den Unternehmen so groß ist, überrascht kaum“, resümiert die Abgeordnete. „Auf große Ankündigungen folgte bislang: nichts. Der Mittelstand braucht keine Schlagworte mehr, sondern endlich Verlässlichkeit, Planungssicherheit und echte Entlastung.“